Am vergangenen Donnerstag war ich gemeinsam mit Dr. Sandra Detzer, wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, sowie den kommunalen Vertreter*innen Nele Böhm (Stadträtin in Walldorf) und Ralf Frühwirt (Fraktionsvorsitzender in Leimen) auf Unternehmensbesuch im Wahlkreis Wiesloch.
SAP – Digitalisierung, KI & Fachkräfte im globalen Wettbewerb
Erster Halt: das SAP-Headquarter in Walldorf – Europas größtes Softwarehaus und ein zentraler Akteur im digitalen Wandel. Im Gespräch mit Vertreter*innen des Unternehmens diskutierten wir:
- Fachkräftesicherung in der Softwareentwicklung, insbesondere im strategischen Wachstumsfeld Künstliche Intelligenz (KI)
- Innovationsdruck im Kontext der wirtschaftlichen Lage in Deutschland – und wie dieser als Chance zur Erneuerung unseres Wirtschaftsstandortes genutzt werden kann
- Die Idee, Know-how aus dem deutschen Mittelstand mit den Potenzialen von KI zu kombinieren – als Standortvorteil
- Chancen für die anwendungsorientierte Forschung in Deutschland, z. B. durch den „Brain Drain“ wissenschaftlicher Talente aus den USA
- Die Rolle der öffentlichen Verwaltung als Treiber einer modernen Digitalisierung – für mehr Effizienz und Bürgernähe
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- Die Bedeutung kluger Regulierung, die Innovation nicht hemmt, sondern ermöglicht – etwa durch Praxis-Checks in der Gesetzgebung
Auch die Entscheidung der SAP, ihre bisherige Diversitätsstrategie zurückzunehmen, wurde im Gespräch thematisiert. Die Vertreter*innen des Unternehmens haben dabei betont, wie wichtig divers zusammengesetzte Teams weiterhin für Innovation und Unternehmenserfolg sind. Initiativen wie „She transforms IT“ werden weiterhin aktiv unterstützt.

Weingut Adam Müller – Weinbau im Wandel: von Tradition zur naturnahen Zukunft
Im Anschluss ging es mit Sandra Detzer und Ralf Frühwirt weiter in die Weinberge von Rohrbach, Leimen und Nußloch. Das Weingut Adam Müller betreibt seit Jahrhunderten Weinbau – doch seit Kurzem vollzieht der Familienbetrieb einen bemerkenswerten Wandel: Die Umstellung auf naturnahe Bewirtschaftung ohne chemisch-synthetische Mittel wie Glyphosat.
Leonhard Müller zeigte uns vor Ort, wie dieser Transformationsprozess in der Praxis aussieht. Mechanische Pflege, Biodiversität, ressourcenschonende Methoden – ein zukunftsweisender Ansatz, der zeigt: Auch ein Traditionsbetrieb kann neue Wege gehen und zum Vorbild werden.
Diskutiert wurde zudem:
- Der Einsatz von Drohnen im Weinbau
- Die gezielte Auswahl robuster Rebsorten im Kontext der Klimakrise
- Herausforderungen beim grenzüberschreitenden Handel
- Bürokratische Hürden, z. B. bei der Besteuerung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen
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- Unklare oder überbordende Regulierungen, die gerade kleine und mittlere Betriebe fordern
Im Weingut selbst konnten wir diese Themen mit Nathalie, Markus und Matthias Müller noch einmal vertiefen – ein spannender Austausch über Herausforderungen und Chancen in einer sich verändernden Landwirtschaft.



Wirtschaftsdialog am Abend im FreiRaum Wiesloch
Abgerundet wurde der Tag mit einem offenen Austausch mit Mitgliedern, Gemeinderät*innen und Interessierten im FreiRaum Wiesloch. Gemeinsam haben wir über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und Baden-Württemberg gesprochen, über Chancen und Herausforderungen des Strukturwandels, etwa in der Automobil- und Zulieferindustrie, und wie wir als Grüne diesen Wandel aktiv und gerecht gestalten wollen.
Mein Fazit:
Ein Tag, der eindrücklich gezeigt hat, wie viel Potenzial in unserer Region steckt – und wie wichtig es ist, Politik mit Wirtschaft, Forschung, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft im direkten Austausch zu denken.
Herzlichen Dank an alle Gesprächspartner*innen – und besonders an Dr. Sandra Detzer für den Besuch im Wahlkreis und das starke gemeinsame Signal für eine nachhaltige, innovationsgetriebene Wirtschaftspolitik.